Das wiss. Schreiben beginnt mit der Formulierung der Fragestellung und begleitet Forschende bis zur Publikation der Ergebnisse in verschiedenen Formaten (Aufsatz, Monographie, Qualifikationsarbeit). Viele (empirische) Forschungsdisziplinen zeichnen sich daraus aus, dass schon vor dem eigentlichen Schreiben ein besonderer Textkorpus entstanden ist, bestehend aus Feldnotizen, Interview-Postskripten, Forschungstagebüchern, Labortagebüchern, Niederschriften von Interpretationen des Datenmaterials uvm.

Als Dozentin und Moderatorin begleite ich wissenschaftliches Schreiben in zwei Formaten: Moderierte Arbeitsgruppe und Workshops (ein- bis zweitägig), in Ausnahmefällen biete ich auch einen Vortrag als einführende Information an.

Zielgruppen: Promovierende, Studierende in der Bearbeitungsphase von Qualifikationsarbeiten, Postdocs

Zur moderierten Arbeitsgruppe

Die Promovierendenschreibgruppe ist interdisziplinär angelegt und bietet die Möglichkeit, Feedback zu erhalten auf Zusammenhang, Struktur, Argumentation und Sprache des eigenen Schreibprojektes. Die Idee ist, der Einsamkeit im Schreibprozess entgegenzuwirken und schnelle Rückmeldung auf stilistische Fragen zu erhalten. Es geht weniger um inhaltliche Aspekte sondern vielmehr steht die gegenseitige Unterstützung bei der Textarbeit und beim Entwickeln eines wissenschaftlichen Schreibstil im Vordergrund.
Stichwort Verständlichkeit: In einer interdisziplinären Schreibgruppe muss von Fachfremden natürlich nicht alles im Detail verstanden werden, aber das Vorgehen und die grundsätzliche Logik der Argumentation sollte den Lesenden klar werden. Vorteil der interdisziplinären Schreibgruppe ist, dass die fachlich bedingten „blinden Flecken“ entdeckt werden können.

Struktur
Die Schreibgruppe trifft sich einmal pro Monat. Eine Sitzung dauert ca. 3 Stunden. In dieser Zeit können 3 Beiträge á ca. 5 Seiten besprochen werden.
Idealerweise werden eine Woche vor der Sitzung die Beiträge zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu jedem Beitrag wird ein Übersichtsblatt erstellt, das Informationen zum Textausschnitt enthält, anhand dessen die Teilnehmenden den zu lesenden Text mit Hilfe eines kurzen Abstracts und einer Gliederung einordnen können.

Ablauf
Neben dem/der Koordinator/in und den Personen, die ihre Texte zur Verfügung stellen, nehmen auch Feedbackgeber/innen an den Sitzungen teil. Ziel ist es, nicht nur eigene Texte zu optimieren, sondern auch durch die Korrektur fremder Texte die eigene Schreibkompetenz zu verbessern (z.B. durch das Erkennen typischer Fehler wie Füllwörter, Ausweichformulierungen etc.). Eine Gruppengröße von 6-8 Personen ist optimal.

Die Beiträge werden nacheinander wie folgt besprochen: In einer ersten kurzen Runde äußern sich alle Teilnehmenden nacheinander zum allgemeinen Eindruck des Textbeitrages. In einer zweiten längeren Runde wird der Beitrag Abschnitt für Abschnitt behandelt.
Wichtig ist bei beiden Runden, die Feedback-Regeln einzuhalten, insbesondere auch positives Feedback zu formulieren und auf die im Übersichtsblatt formulierten konkreten Feedbackwünsche einzugehen!

Zum Workshop

Der Workshop vermittelt den Teilnehmenden den Prozess des Schreibens vom Beginn einer Forschungsarbeit bis hin zur Publikation. Er zeigt auf, wie Forschungsergebnisse in wissenschaftlichen Texten dargestellt werden können. Die Teilnehmenden bearbeiten im Workshop verschiedene Phasen des Schreibens (je nach individuellem Bedarf), dazu gehören u.a. das Strukturieren des Textmaterials mittels Mindmaps, das Komponieren eines grossen Textes (z.B. Dissertation), das Schreiben einer kommentierten Gliederung sowie einzelner Textabschnitte, die im Rahmen von Peerfeedbackrunden überarbeitet werden.

Inhalte (Inputs und Arbeitsphasen)

♦ Allgemein: Was zeichnet wissenschaftliches Schreiben in der qualitativen Sozialforschung aus?
♦ Vom Datenmaterial zur Publikation: Wie kommt Struktur in einen Text? Welche Struktur- und Gliederungsmöglichkeiten stehen Schreibenden zur Verfügung?
♦ Der erste Eindruck zählt: Wie schreibt man eine gelungene Einleitung und wie sieht diese in unterschiedlichen Genres aus?
♦ Strukturierung von Material, Ergebnissen, Theorie-Bausteinen, mit dem Ziel, einen Text zu konzipieren (Methoden des Mind-Mappings, Strukturlegetechnik, Advance Organiser, kommentierte Gliederung etc.)
♦ Bearbeitung von Texten in einem frühen Stadium, hier bieten sich zwei Arbeitsschritte an, die die TN nach eigenem Bedarf wählen können: Arbeit an einer kommentierten Gliederung oder an einer Einleitung
♦ Bearbeitung von Texten, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, Peer-Feedback

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