Macht & Konflikt um die/in der Stadt (CfP)

Call for Papers zum 6. Treffen des Nachwuchsnetzwerks Stadt Raum Architektur, 14. – 15. Oktober 2011, Berlin (WZB)

Gemeinsam mit meinen KollegInnen Maik Hoemke, Janet Merkel & Nona Schulte-Römer organisiere ich das nächste Treffen des Nachwuchsnetzwerkes Stadt Raum Architektur, worüber ich mich sehr freue. Wir werden uns, nachdem bei letzten Treffen in Göttingen „Materialität“ im Zentrum stand, dieses Mal mit dem typisch Städtischen an Machtfragen und Konflikten um und in der Stadt befassen.

 

Call for Papers

The question of what kind of city we want cannot be divorced from that of what kind of social ties, relationship to nature, lifestyles, technologies and aesthetic values we desire. The right to the city is far more than the indi­vidual liberty to access urban resources: it is a right to change ourselves by changing the city. (David Harvey, 2008, The Right to the City.)

Es brodelt. Immer häufiger wird in Bürgerprotesten das „Recht auf Stadt“ eingefordert. Die Auseinandersetzungen um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 reißen nicht ab. Mit dem Manifest „Nicht in unserem Namen“ erreichten Hamburger Bürger den Rückkauf des Gängeviertels durch die Stadt und die Initiative „Die Stadt gehört uns“ macht gegen die Privatisierung städtischer Betriebe mobil. In Dresden gab der Bau der Waldschlösschenbrücke den Anstoß zum öffentlich ausgetragenen Streit um den UNESCO-Weltkulturerbestatus des Elbtals. Und in Paris brennen immer wieder die Vorstädte.

Diese Konflikte spielen sich ab im komplexen Geflecht aus neoliberaler Stadtpolitik, institutioneller Stadtplanung, partizipativer Bürgerbeteiligung, informeller und zum Teil auch instrumentalisierenden Protestbewegungen und gesteigerter medialer Aufmerksamkeit. Begriffe wie Segregation, Gentrifizierung und unternehmerische Stadt sind längst nicht mehr nur Teil wissenschaftlicher Diskurse, sondern haben sich in die Alltagsterminologie eingeschrieben. Gleichzeitig wird etwa versucht, soziale Brennpunkte durch Initiativen wie das Programm Soziale Stadt frühzeitig zu entschärfen, produktiv zu machen oder zu vermitteln. Doch was verbindet oder trennt diese aktuellen Auseinandersetzungen in und um Städte? Welche Konfliktlinien zeichnen sich ab?

Das Nachwuchsnetzwerk Stadt Raum Architektur sucht Beiträge, die sich theoretisch und/oder empirisch mit städtischen Konflikten und Machtfragen um und in der Stadt beschäftigen. Dabei liegt unser Fokus auf der Frage nach dem typisch Städtischen an diesen Auseinandersetzungen. Welche Akteure und Institutionen, Interessen und Ideen werden mobilisiert? Wie erreichen sie mediale Aufmerksamkeit und werden öffentlich wirksam? Wie wird partizipative Beteiligung an Stadtplanungsprozessen motiviert und welchen Beitrag kann sie zur Vermittlung dieser Konflikte leisten? Welche Rolle spielt die spezifische Materialität des Städtischen? Kurz, in welchem Verhältnis stehen das Räumliche und das Soziale?

Der Call richtet sich ausdrücklich an NachwuchswissenschaftlerInnen aus allen Disziplinen, die sich mit Stadt und städtischen Phänomenen beschäftigen. Für die Auseinandersetzung mit dem Thema können auch historische Betrachtungen aufschlussreich sein. Vorschläge von nicht mehr als einer DIN-A4 Seite (max. 500 Wörter) bitte bis zum 04.09.2011 an eva-christina.edinger@uni-konstanz.de, mhoemke@ethz.ch, jmerkel@wzb.eu und schulte-roemer@wzb.eu.

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