„Mythos Methodologie. Empirische Forschung zu Stadt, Raum, Architektur“ (CfP)

7. Treffen des Nachwuchsnetzwerks Stadt – Raum – Architektur am 30./31. März 2012 in Weimar

Ich freue mich sehr, dass es mir gelungen ist, im NWNW eine Methodentagung zu initialisieren. Aus der Feder von René Seyfarth (mit Hilfe von Hermann Köhler, Achim Schroer, Stephan Barthel & meiner Wenigkeit) stammt der Call. Ich freue mich auf tolle Vortragsvorschläge, ein spannendes Treffen und zukunftsweisende Diskussionen in Weimar!

Hier der Call:

„Als Gregor schon zur Hälfte aus dem Bette ragte – die neue Methode war mehr ein Spiel als eine Anstrengung, er brauchte immer nur ruckweise zu schaukeln –, fiel ihm ein, wie einfach alles wäre, wenn man ihm zu Hilfe käme.“ (Kafka, Die Verwandlung)
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Stuttgarts neuer Bildungstempel: Die Stadtbibliothek am Mailänder Platz

Letzte Woche Montag eröffnete die Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz nach drei Jahren Bauzeit ihre Portale. Die Metaphern für den Bau des koreanischen Architekten Eun Young Yi sind vielfältig: Medientempel, Büchertempel, Bücherwürfel, aber auch prison library (aus einem meiner Interviews zu Bibliotheksarchitektur in Oxford), das neue Stammheim (gemeint ist die JVA Stuttgart) …

Am vergangenen Dienstag nutze ich die Gelegenheit für eine Ortsbegehung inkl. einer Führung durch das Haus, deren Ziel es war, das architektonische Konzept zu vermitteln. Meine ersten Eindrücke möchte ich im Folgenden zusammenfassen.

Der im Herbstlicht grau schimmernde Bau der Stadtbibliothek ist schon aus der Entfernung sichtbar, die Assoziation prison library drängt sich auf.

Stadtbibliothek am Mailänder Platz, Stuttgart, 2011

Die Symbolik des Baus ist wohl für den nicht mit der asiatischen Kultur vertrauten Europäer nicht erkennbar. Die dem Bibliothekswürfel zugrunde liegende Form des Quadrats versinnbildlicht das Irdische. Die Ausrichtung folgt streng den Himmelsrichtungen. Die 3 als magische Zahl wird potenziert: 3×3 Fenster breit und genauso lang und tief ist das Gebäude. Hier verbindet sich das Magisch-Göttliche mit dem Irdisch-Menschlichen. Es ist ein Bildungstempel, die magische Symbolik ist gewollt. Die Bibliothek als sakralisierter Raum, als Tempel des Wissens. Weiterlesen Stuttgarts neuer Bildungstempel: Die Stadtbibliothek am Mailänder Platz

Konflikte in der/um die Stadt

Bericht vom 6. Treffen des Nachwuchsnetzwerkes Stadt – Raum – Architektur zum Thema „Macht und Konflikt in der/um die Stadt“ am vergangenen Wochenende

Es war ein pralles Programm beim Treffen des Nachwuchsnetzwerks in Berlin am WZB. Das lag sicher mit daran, dass das Thema „Stadtkonflikte“ zu einer ungewohnten Fülle von Papers geführt hat. So hatten wir in 5 Sessions die Chance, nationale und internationale Perspektiven auf Stadtkonflikte einzunehmen, symbolische Räume und symbolische Architektur zu thematisieren und Konfliktkonstellationen, Diskursproduktionen und die Akteure in diesen Diskursen und Konflikten zu durchleuchten.

Im Raum stehen weiterhin die Ausgangsfragen:
• Was ist das „städtische“ an diesen Konflikten?
• Handelt es sich hierbei um Konflikte in der Stadt oder Konflikte um die Stadt? Wie unterscheiden sich diese beiden Konfliktformen?

Zu diesen Fragen äußerte sich auch Frau Prof. Margit Mayer in ihrem Keynote-Vortrag „Aktuelle Auseinandersetzungen in & um die Stadt: Welche Rolle spielt Urbanität?“. Leider blieben ihre Antworten, aus meiner Sicht, hinter unseren Erwartungen zurück. Prof. Mayer ist der Ansicht, dass die Beantwortung der Frage nur in Abhängigkeit zur jeweiligen Projektfragestellung beantwortet werden kann. Je nach dem, was untersucht und herausgefunden werden soll, wird die Frage nach dem städtischen der Konflikte anders beantwortet. Dies gibt mir Anlass, einen eigenen Versuch der Klassifikation der Konflikte und Proteste zu wagen.

Warum finden Proteste wie „Occupy Wall Street“ in der Stadt statt? Liegt es an der Nähe der mit einander in Konflikt stehenden Gruppen? An der höheren Wahrscheinlichkeit, mit Protesten die mediale Aufmerksamkeit zu gewinnen? An der leichteren Mobilisierung der Teilnehmenden und der besser ausgebauten Infrastruktur? Entwickeln sich in der Stadt bestimmte Protestpraktiken, die privilegiert für neue Protestentwicklungen sind?

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NWNW – „Macht & Konflikt um die/in der Stadt“ – Programm

Das Programm für das 6. Treffen des Nachwuchsnetzwerkes Stadt – Raum – Architektur (NWNW) am 14./15. Oktober in Berlin steht! Ich freue mich sehr, dass wir vom NWNW Frau Prof. Margit Mayer vom John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien (FU Berlin) für den Keynote-Vortrag gewinnen konnten. Sie wird zum Thema „Aktuelle Auseinandersetzungen in & um die Stadt: welche Rolle spielt Urbanität?“ sprechen.

15 Beiträge werden in den folgenden fünf Sessions diskutiert: Perspektiven der Theorie und Empirie, Symbolische Räume – Symbolische Architektur, Diskursproduktion – Diskursakteure, Konflikte um Stadtentwicklung, Konfliktkonstellationen & Institutionalisierung. Das vollständige Programm gibt es hier.

Anmelden kann man sich bis zum 07.10.2011 bei uns: eva-christina.edinger@uni-konstanz.de, mhoemke@ethz.ch, jmerkel@wzb.eu und schulte-roemer@wzb.eu.

Ich freue mich auf ein produktives, vielfältiges und spannendes Netzwerktreffen und natürlich auch auf 3 Tage in der Bundeshauptstadt!

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„Die Weisheit baut sich ein Haus“

Ausstellung zur Architektur und Geschichte von Bibliotheken, Pinakothek der Moderne in München

Vom 14.7.-16.10.2011 wird die Bibliotheksarchitektur das zentrale Thema in der Pinakothek der Moderne sein. Schon der Titel ist verheißungsvoll! So spricht er doch in der Gegenwart, die Weisheit „baut“ und nicht „baute“ sich ein Haus – ein Prozess also, der weiterhin andauert und der es wert ist, in seiner Prozesshaftigkeit (der historischen Entwicklung) dokumentiert und präsentiert zu werden. Im vom mir häufig angesprochenen widersprüchlichen Diskurs vom Aussterben und der Renaissance der BibliothekenBibliothek des St. Edmund Hall Colleges scheint die Ausstellung die Position der Renaissance zu stärken. Zeitgenössische Bibliotheken werden jetzt und auch in Zukunft gebaut. Bibliotheksarchitektur ist ein klassisches und zugleich modernes Thema. So liegt der Schwerpunkt der Ausstellung vor allem auf der modernen Bibliotheksarchitektur. Ich bin sehr gespannt auf diese Ausstellung!

Hier gehts zur Ausstellung und zu weiteren Informationen des Architekturmuseums der TU München.

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