Oslo Summer School in Comparative Social Sciences

(English version below)

Jeg gleder meg veldig at jeg kan delta i Summer School in Comparative Social Science Studies 2011. Jeg har fått en bekreftelse, at jeg kan delta i kurs “Case Study Research Methods” i slutten av juli.

Summer School gir meg sjansen til å forbedre sosiologi kunnskapene mine og til å bli bedre kjent med Universitetet i Oslo og byen.

Jeg gleder meg veldig at jeg kan være noen dager i Oslo/Norge, kanskje jeg gjør en ferie tour etter Summer School.

Mer informasjon om Summer School kan du finne her.

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I am very happy to be accepted to the Oslo Summer School in Comparative Social Science Studies 2011. I’ll participate in the course “Case Study Research Methods” at the end of July. The chosen course may give me the chance to review the results of my PhD project „Spaces of Knowledge-Operationalisation of Knowledge in University Libraries” and discuss the lessons learned during the explorative period. I have also planned to take it as an opportunity to reflect on my post-doc project „Renaissance of the Library: Centre of Urbanity and catalyser for Knowledge Cities“.

Some information concerning the above named projects:

The project „Spaces of Knowledge-Operationalisation of Knowledge in University Libraries” is the dissertation project I am currently conducting. It is empirical and thus I designed a comparative case study analysing selected university libraries in Germany, Great Britain and Switzerland. The collected data material (interviews, participant observation, mental maps and photo documentation) illustrates that materiality and technology not only make a crucial contribution to the perception and experience of space, but also have effects on the processes of knowledge production. Material and social exclusion mechanisms configure progresses of (corporate) identity and affect the behaviour towards libraries and their contents.

The project „Renaissance of the Library“ will be my following project. It focuses on public libraries in urban space: New libraries like the planned new Deichman Bibliotek in Oslo may act as centres of the social life in a city and therefore they may be catalysers for Knowledge Cities. Public libraries are no more just a place to loan books, but they may be cultural and social midpoints of a city. They provide a wide range of services like exhibitions, readings, discussions, events, and meeting spaces for heterogenic groups of users.  The research design for this project is also planned as a case study.

My participation on the Oslo Summer School should enable me to improve not only my methodical skills, but also the research design of my forthcoming post-doc project. And of course, I am very happy to be in Oslo again! I am looking forward to spend a great week (and maybe some holidays) in this beautiful city!

More information concerning the Summer School is provided here.

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Raum – Expedition: Konstanz

Oder: Wie eine empirische Lehrveranstaltung die Aufmerksamkeit verschiedener Interessensgruppen weckt und hoffentlich Forschung und Anwendungspraxis näher zusammenbringt

Im Herbst 2009 plante ich gemeinsam mit meiner Kollegin Anna Lipphardt das Projektseminar „Raum: Expedition“ für das Sommersemester 2010 an der Universität Konstanz. Unsere Motivation und unser Ziel: Studierende der Studiengänge MA Soziologie und MA Kulturelle Grundlagen Europas an die empirische Forschung in den Themenfeldern Raum und Stadt heranzuführen.

Unserer Ansicht nach werden die empirischen Zugänge sowohl in der Forschung als auch in der Lehre vernachlässigt, während gleichzeitig auf theoretischer Ebene der Boom des spatial turn vorangetrieben wird. Ziel unseres Projektseminares war deshalb, Raumtheorie und Raum(forschungs)praxis mit einander zu verbinden und die Studierenden an empirischen Methoden zur Analyse von Räumen heranzuführen.

Im Sommersemester erforschten 14 hoch motivierte Studierende mit unserer Unterstützung die Gestalt(ung) und Wahrnehmung der Stadt Konstanz aus unterschiedlichen Perspektiven. Entwickelt, geplant und umgesetzt wurden drei studentische Forschungsprojekte, deren wissenschaftliche Fragestellungen von den Studierenden selbst entwickelt wurden. Die Stadt, in der man selbst lebt, mit neuem Blick zu betrachten und eine wissenschaftliche Distanz zum so entstehenden Forschungsgegenstand zu entwickeln sollte eine große Herausforderung und bisher unbekannte Erfahrung für die Studierenden (und auch für uns Dozentinnen) werden.

Drei Projekte wurden realisiert:
♦ „Melting Space Herosé?- Spannungsverhältnisse zwischen öffentlichem und privatem Raum“
♦ „Randbemerkungen: Positionen im Berchengebiet und in den Öhmdwiesen“
♦ „Unsicher ist es anderswo – Räumliche Sicherheitswahrnehmung in Konstanz“

Die Projekte und deren Ergebnisse weckten schon in einem frühen Stadium der Arbeit das Interesse vieler am Forschungsprozess größtenteils Unbeteiligter. Durch Befragungen wurden sowohl gezielt ExpertInnen aus der Praxis in die Erhebungen einbezogen, als auch AnwohnerInnen der untersuchten Stadtquartiere eher unbeabsichtigt auf die Projekte aufmerksam.

Schnell wurde klar, dass sich hier die Möglichkeit ergeben könnte, einen Transfer der wissenschaftlichen Ergebnisse zurück in die Praxis zu realisieren. Erste Schritte in diese Richtung waren Ergebnispräsentationen im Juli 2010, zu deren Anlass unterschiedliche Interessengruppen eingeladen wurden. Eine Präsentation der Projektergebnisse von „Melting Space Herosé?- Spannungsverhältnisse zwischen öffentlichem und privatem Raum“ wurde eigens für die Anwohner des Herosé-Areals organisiert. Ein Bericht aus Sicht eines teilnehmenden Anwohners findet sich auf der Website der Herosé-Anwohner.

Ein weiterer Schritt zu Forschungs- und Ergebnistransparenz und möglichem Transfer in die Praxis ist die Veröffentlichung der Ergebnisse in Form von Broschüren. Diese Broschüren sind in Vorbereitung und werden in den nächsten Wochen fertig gestellt.

Auch das mediale Interesse an unserem Projektseminar ließ nicht lange auf sich warten. Im November 2010 führte der Südkurier ein Interview mit Anna Lipphardt und mir. Der damit verbundene Artikel ist inzwischen online verfügbar.

Bei der Planung des Seminares ging es uns vor allem darum, den Studierenden das empirische Potential und den methodischen Zugang zu raum- und stadtsoziologischen Forschungsfeldern nahezubringen. Über ein Jahr später sehe ich deutlicher als zuvor, welch vielfältige Schnittstellen zwischen Forschung und Praxis bestehen und wie diese genutzt werden (könnten). Ich freue mich sehr über das Interesse, welches unserer „Raum-Expedition: Konstanz“ entgegengebracht wird und hoffe, dass mit der bevorstehenden Veröffentlichung der Ergebnisbroschüren beide Seiten, Forschung und Anwendungspraxis, angeregt werden, weiter aufeinander zuzugehen.

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