(Für) Gesellschaft Bauen – Perspektiven der Soziologie, Architektur & Psychologie auf das Wohnen im Alter im Sommersemester 2011

Ich freue mich sehr, mich im Sommersemester einem neuen Schwerpunkt im Themenbereich Raum und Architektur widmen zu können! Gemeinsam mit der Architektin und Stadtplanerin Nicole Conrad und der Psychologin, Kunsttherapeutin und Expertin für Palliative Care Heike Wawersich werde ich ab dem 13.4.2011 immer mittwochs ein Seminar zum Thema „Wohnen im Alter“ durchführen.

Hier ein Auszug aus der Ankündigung:

In Anlehnung an die Dissertation der Architektin und Soziologin Heike Delitz „Gebaute Gesellschaft: Architektur als Medium des Sozialen“(2010) und im Kontext des aktuellen interdisziplinären Diskurs um Architektur und Raum werden in diesem Seminar vielfältige, Disziplinen übergreifende Perspektiven eingenommen. Dazu wird das Seminar fächerübergreifend für Studierende der Architektur (HTWG) und der Soziologie (Uni KN, Zusage der Uni KN ist noch offen, ich werde aber, sobald hier Fakten geschaffen sind, Bescheid geben) angeboten. Ziel ist es, sich dem zukunftsweisenden Thema „Wohnen im Alter“ über verschiedene Sichtweisen und Arbeitsmethoden der Architektur, Soziologie und Psychologie zu nähern. „Wohnen im Alter“ wird im Zuge des Demographischen Wandels als interdisziplinäres Arbeitsfeld und zentrales gesellschaftliches Thema bereits in naher Zukunft eine immer größere Bedeutung erhalten.
In Kooperation mit einem Altenwohnheim in Konstanz sollen nicht nur aktuelle Lösungen für das Wohnen im Alter analysiert, sondern auch neue Ideen und Konzepte entwickelt werden. Dabei steht im Vordergrund, dass die Studierenden in interdisziplinären Teams arbeiten und so Einblicke in die Arbeitsweisen der jeweils anderen Fachdisziplin erhalten. Die Literatur ist so ausgewählt und zusammengestellt, dass einzelne Themenkomplexe immer sowohl aus soziologischer als auch architektonischer Perspektive beleuchtet werden.

Veranstaltungszeit: Mittwoch, 14-16/18 Uhr; Beginn: 13. April 2011, Ort wird noch bekannt gegeben
Kontakt: Eva-Christina.Edinger(at)uni-konstanz.de
Anmeldung: Per Mail an die Dozentinnen bis zum 1. April 2011

Ich bin sehr gespannt auf dieses Seminar und freue mich ganz besonders auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den ArchitektInnen der HTWG!

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Konstanz: Wohnort – Freiraum – Spannungsfeld

Vorstellung dreier Forschungsprojekte zu Aushandlung und Aneignung städtischer Peripherien und Zentren, 12. April 2011

Endlich sind sie im Druck, die Ergebnisbroschüren des Projektseminars „Raum-Expedition: Konstanz“! Das gibt uns – Anna Lipphardt, den Studierenden des Seminars und mir – die Gelegenheit, die Projekte und die Broschüren öffentlich vorzustellen.

Die Projekte
Melting Space Herosé?- Die „Stadt am Seerhein“ in Konstanz aus stadt- und raumwissenschaftlicher Perspektive
Randbemerkungen: Positionen im Berchengebiet und in den Öhmdwiesen
Unsicher ist es anderswo – Räumliche Sicherheitswahrnehmung in Konstanz
weckten bereits während ihrer Durchführung großes Interesse, nicht nur bei verschiedenen Einrichtungen der Stadt, sondern vor allem bei den EinwohnerInnnen von Konstanz.

Am 12. April 2011 ab 19 Uhr werden nun die Projekte und die Ergebnisbroschüren im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung „Konstanz: Wohnort – Freiraum – Spannungsfeld“ im Wolkensteinsaal im Kulturzentrum am Münster in Konstanz präsentiert. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Veranstaltung ist kostenlos.

Ich freue mich sehr, dass Prof. Bernhard Giesen, mein Promotionsbetreuer, als Moderator durch den Abend führen wird. Die Veranstaltung soll vielfältige Einblicke und Möglichkeiten zur Diskussion bieten, deshalb haben wir uns für folgenden Ablauf entschieden:

Prof. Bernhard Giesen, Universität Konstanz:
Einführender Vortrag
Dr. Anna Lipphardt & Eva-Christina Edinger, M.A., Universität Konstanz:
Raum-Expedition Konstanz. Ein empirisches Lehrprojekt und seine Ergebnisse
Diskussion & Präsentation der Projektbroschüren

Wie es sich gehört, wird es im Anschluss an den offiziellen Teil im Rahmen eines kleinen Apéro die Möglichkeit geben, miteinander die Broschüren anzuschauen, Ergebnisse mit den Studierenden aus den Projektgruppen zu diskutieren und ein eigenes Exemplar der Broschüren mitzunehmen. Ich freue mich natürlich sehr, wenn viele BlogleserInnen den Weg zu dieser Veranstaltung finden!

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Information Architecture in Libraries – Participation in “Techno-Topologies”

Last weekend I took part in the Conference „Techno-Topologies“ in Darmstadt (Germany) and presented results of my PhD project Spaces of Knowledge”.

It was a great organised conference with a friendly atmosphere supporting the young researcher’s projects. My presentation was part of the section “Orientation and Navigation” and therefore I focused on the “Technically induced Orientation and Navigation from a Perspective of Spatial Sociology”. There have been lots of interesting and forward-looking questions and comments.

I planned to take a voice record of my presentation but unfortunately I forgot to start the recorder at the beginning. So I can just provide the slides without the corresponding sound.

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Raum – Expedition: Konstanz

Oder: Wie eine empirische Lehrveranstaltung die Aufmerksamkeit verschiedener Interessensgruppen weckt und hoffentlich Forschung und Anwendungspraxis näher zusammenbringt

Im Herbst 2009 plante ich gemeinsam mit meiner Kollegin Anna Lipphardt das Projektseminar „Raum: Expedition“ für das Sommersemester 2010 an der Universität Konstanz. Unsere Motivation und unser Ziel: Studierende der Studiengänge MA Soziologie und MA Kulturelle Grundlagen Europas an die empirische Forschung in den Themenfeldern Raum und Stadt heranzuführen.

Unserer Ansicht nach werden die empirischen Zugänge sowohl in der Forschung als auch in der Lehre vernachlässigt, während gleichzeitig auf theoretischer Ebene der Boom des spatial turn vorangetrieben wird. Ziel unseres Projektseminares war deshalb, Raumtheorie und Raum(forschungs)praxis mit einander zu verbinden und die Studierenden an empirischen Methoden zur Analyse von Räumen heranzuführen.

Im Sommersemester erforschten 14 hoch motivierte Studierende mit unserer Unterstützung die Gestalt(ung) und Wahrnehmung der Stadt Konstanz aus unterschiedlichen Perspektiven. Entwickelt, geplant und umgesetzt wurden drei studentische Forschungsprojekte, deren wissenschaftliche Fragestellungen von den Studierenden selbst entwickelt wurden. Die Stadt, in der man selbst lebt, mit neuem Blick zu betrachten und eine wissenschaftliche Distanz zum so entstehenden Forschungsgegenstand zu entwickeln sollte eine große Herausforderung und bisher unbekannte Erfahrung für die Studierenden (und auch für uns Dozentinnen) werden.

Drei Projekte wurden realisiert:
♦ „Melting Space Herosé?- Spannungsverhältnisse zwischen öffentlichem und privatem Raum“
♦ „Randbemerkungen: Positionen im Berchengebiet und in den Öhmdwiesen“
♦ „Unsicher ist es anderswo – Räumliche Sicherheitswahrnehmung in Konstanz“

Die Projekte und deren Ergebnisse weckten schon in einem frühen Stadium der Arbeit das Interesse vieler am Forschungsprozess größtenteils Unbeteiligter. Durch Befragungen wurden sowohl gezielt ExpertInnen aus der Praxis in die Erhebungen einbezogen, als auch AnwohnerInnen der untersuchten Stadtquartiere eher unbeabsichtigt auf die Projekte aufmerksam.

Schnell wurde klar, dass sich hier die Möglichkeit ergeben könnte, einen Transfer der wissenschaftlichen Ergebnisse zurück in die Praxis zu realisieren. Erste Schritte in diese Richtung waren Ergebnispräsentationen im Juli 2010, zu deren Anlass unterschiedliche Interessengruppen eingeladen wurden. Eine Präsentation der Projektergebnisse von „Melting Space Herosé?- Spannungsverhältnisse zwischen öffentlichem und privatem Raum“ wurde eigens für die Anwohner des Herosé-Areals organisiert. Ein Bericht aus Sicht eines teilnehmenden Anwohners findet sich auf der Website der Herosé-Anwohner.

Ein weiterer Schritt zu Forschungs- und Ergebnistransparenz und möglichem Transfer in die Praxis ist die Veröffentlichung der Ergebnisse in Form von Broschüren. Diese Broschüren sind in Vorbereitung und werden in den nächsten Wochen fertig gestellt.

Auch das mediale Interesse an unserem Projektseminar ließ nicht lange auf sich warten. Im November 2010 führte der Südkurier ein Interview mit Anna Lipphardt und mir. Der damit verbundene Artikel ist inzwischen online verfügbar.

Bei der Planung des Seminares ging es uns vor allem darum, den Studierenden das empirische Potential und den methodischen Zugang zu raum- und stadtsoziologischen Forschungsfeldern nahezubringen. Über ein Jahr später sehe ich deutlicher als zuvor, welch vielfältige Schnittstellen zwischen Forschung und Praxis bestehen und wie diese genutzt werden (könnten). Ich freue mich sehr über das Interesse, welches unserer „Raum-Expedition: Konstanz“ entgegengebracht wird und hoffe, dass mit der bevorstehenden Veröffentlichung der Ergebnisbroschüren beide Seiten, Forschung und Anwendungspraxis, angeregt werden, weiter aufeinander zuzugehen.

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