Vom antiken Alexandria über Usability zu E-Learning

Eine Woche im Zeichen von Lehren & Lernen

Die vergangenen 10 Tage waren für mich bestimmt von Lernen & Lehren! Von der Hochschuldidaktik an der Universität Konstanz ging es zu Usability bei Google und zur Mediendidaktik der PH Thurgau & der HTWG Konstanz. Dabei ließen sich die Inhalte einzelner, voneinander unabhängiger Veranstaltungen mühelos und fast schon spielerisch zu einem großen Ganzen verknüpfen. Und immer wieder wurde – was mich zunächst verwunderte – der Bezug zu Bibliotheken hergestellt, auch an Stellen, an denen man es nicht erwarten würde!

Zunächst war da der Besuch von Fit für die Lehre, einer Fortbildung im Rahmen des Hochschuldidaktischen Zertifikats.  Vieles dort thematisierte ist allgemein bekannt, so zum Beispiel, dass der Wechsel von Medien und Arbeitsformen in Lehrveranstaltungen zur Beibehaltung der Aufmerksamkeit beiträgt. Video, Audio, Bildsequenzen, Diskussionen und Gruppenarbeit können vielfältig eingesetzt werden – wir wollen uns und die Studierenden ja nicht langweilen! Wie sich das alles spielerisch online umsetzen lässt, war Thema des World Usability Days, an dem ich in Zürich teilgenommen habe.

Universitätsbibliothek Konstanz, Buchbereich J

Universitätsbibliothek Konstanz, Buchbereich J

Vera Brannen eröffnete den World Usability Day mit der Bibliothek des Antiken Alexandria: Unvorstellbar ist der verlorene Schatz der Schriftrollen, die einst dort lagerten. Frau Brannen stellt die Frage nach dem aktuell größten materiellen Wissensraum. Eine Frage, die niemand von den ITlern beantworten konnte (oder wollte). Es ist die Library of Congress. Bemerkenswert aus der Perspektive der Bibliotheksforschung ist an dieser Stelle, dass Bibliotheken auch heute noch – auch für eine Internet-affine Zielgruppe – Sinnbilder und Metaphern für Wissen sind. Man beginnt eben nicht mit Wikipedia sondern mit Alexandria!

Als Dozentin & Wissenschaftlerin sehe ich meine Aufgabe darin, mein Wissen nicht nur inhaltlich zu vermitteln, sondern auch ansprechend zu verpacken. Ich wünsche mir, dass Menschen nach einem meiner Vorträge sagen: „Ich hätte nie gedacht, dass Bibliotheken so interessant sind!“ Wie das im Bereich E-Learning gelingen kann, vermittelt das Mediendidaktische Training der PH Thurgau, an dem ich direkt im Anschluss an den World Usability Day teilgenommen habe. Fasziniert hat mich besonders ein Webquest von Kollegen der Universität Frankfurt zum Antiken Alexandria. Hier kommt alles zusammen: Bibliotheken, Lernen, E-Learning und virtuelle Räume.

Einige Fragen blieben jedoch bisher unbeantwortet: Ist User Experience (UX) bezogen auf das Web interkulturell übertragbar? Gibt es allgemein gültige Muster? Wenn ja, was sind dann die Standards für User Experience Design (UXD)? Oder gibt es da kulturelle Unterschiede?

Ich gehe davon aus, dass die Wahrnehmung und Nutzung vom Web kulturell variiert. Dies wurde mir auch beim Apéro  des World Usability Days von anderen Teilnehmenden bestätigt. AmerikanerInnen würden eher die Inhalte suchen und diese sollten so nüchtern wie möglich aufbereitet sein. KoreanerInnen hingegen wären im Bezug auf UX vergleichbar mit EuropäerInnen. Hier ließe sich zurückkommen auf meinen letzten Blogpost zur neuen Stadtbibliothek in Stuttgart und auf die Frage: Funktioniert koreanisches Design im Schwabenland? Der Vortrag von Ruth Ellenberger, der „Speck“zialistin von e-Balance, machte deutlich, dass es sehr wohl interkulturelle Unterschiede gibt, sogar innerhalb von Europa. So zeigte sie anhang von Statistiken, dass die gleichen Angebote in unterschiedlichen Ländern (Schweden, Deutschland, Schweiz) unterschiedlich gut angenommen werden.

Zu diesen Fragen der UX und des UXD freue ich mich über Ideen, Tipps, Anregungen, Antworten(!) und vieles mehr.

PS: Beim Schreiben dieses Posts ist mir die neue drag & drop-Funktion von wordpress für das Einbinden von Dateien aufgefallen – sehr nutzerInnenfreundlich!!

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