Konstanz: Wohnort – Freiraum – Spannungsfeld

Vorstellung dreier Forschungsprojekte zu Aushandlung und Aneignung städtischer Peripherien und Zentren, 12. April 2011

Endlich sind sie im Druck, die Ergebnisbroschüren des Projektseminars „Raum-Expedition: Konstanz“! Das gibt uns – Anna Lipphardt, den Studierenden des Seminars und mir – die Gelegenheit, die Projekte und die Broschüren öffentlich vorzustellen.

Die Projekte
Melting Space Herosé?- Die „Stadt am Seerhein“ in Konstanz aus stadt- und raumwissenschaftlicher Perspektive
Randbemerkungen: Positionen im Berchengebiet und in den Öhmdwiesen
Unsicher ist es anderswo – Räumliche Sicherheitswahrnehmung in Konstanz
weckten bereits während ihrer Durchführung großes Interesse, nicht nur bei verschiedenen Einrichtungen der Stadt, sondern vor allem bei den EinwohnerInnnen von Konstanz.

Am 12. April 2011 ab 19 Uhr werden nun die Projekte und die Ergebnisbroschüren im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung „Konstanz: Wohnort – Freiraum – Spannungsfeld“ im Wolkensteinsaal im Kulturzentrum am Münster in Konstanz präsentiert. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Veranstaltung ist kostenlos.

Ich freue mich sehr, dass Prof. Bernhard Giesen, mein Promotionsbetreuer, als Moderator durch den Abend führen wird. Die Veranstaltung soll vielfältige Einblicke und Möglichkeiten zur Diskussion bieten, deshalb haben wir uns für folgenden Ablauf entschieden:

Prof. Bernhard Giesen, Universität Konstanz:
Einführender Vortrag
Dr. Anna Lipphardt & Eva-Christina Edinger, M.A., Universität Konstanz:
Raum-Expedition Konstanz. Ein empirisches Lehrprojekt und seine Ergebnisse
Diskussion & Präsentation der Projektbroschüren

Wie es sich gehört, wird es im Anschluss an den offiziellen Teil im Rahmen eines kleinen Apéro die Möglichkeit geben, miteinander die Broschüren anzuschauen, Ergebnisse mit den Studierenden aus den Projektgruppen zu diskutieren und ein eigenes Exemplar der Broschüren mitzunehmen. Ich freue mich natürlich sehr, wenn viele BlogleserInnen den Weg zu dieser Veranstaltung finden!

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Information Architecture in Libraries – Participation in “Techno-Topologies”

Last weekend I took part in the Conference „Techno-Topologies“ in Darmstadt (Germany) and presented results of my PhD project Spaces of Knowledge”.

It was a great organised conference with a friendly atmosphere supporting the young researcher’s projects. My presentation was part of the section “Orientation and Navigation” and therefore I focused on the “Technically induced Orientation and Navigation from a Perspective of Spatial Sociology”. There have been lots of interesting and forward-looking questions and comments.

I planned to take a voice record of my presentation but unfortunately I forgot to start the recorder at the beginning. So I can just provide the slides without the corresponding sound.

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Causa Guttenberg – Offener Brief an die Bundeskanzlerin

Wie viele Blog-LeserInnen bereits wissen, bin ich sehr verärgert über den Umgang mit der Dissertation von K.T. zu Guttenberg. Ihm ist nicht nur Amtsmissbrauch vorzuwerfen (Einbindung von Studien, die er beim Wissenschaftlichen Dienst in Auftrag gab), sondern auch Betrug an der Universität Bayreuth (Dissertationen sind eigenständige Arbeiten). Er hat darüber hinaus, was mich regelrecht wütend macht, den Ruf der gesamten scientific community massiv geschädigt. Eine Dissertation, deren Grundlage Plagiate sind, ist keine Dissertation im Sinne eines Nachweises eigenständigen wissenschaftlichen Arbeitens. Und sie ist vor allem kein Kavaliersdelikt! Nicht nur der Deutsche Hochschulverband ist „empört über die Verharmlosung von Plagiaten“Auch in den Printmedien werden die dadurch offensichtlich werdenden Prozesse der Abwertung der Wissenschaft und der schwindenden Relevanz wissenschaftlicher Ergebnisse deutlich. Eindrücklich zeigt dies ein Artikel der SZ mit dem Titel „Die verachtete Wissenschaft“.

Wir alle sollten, unabhängig davon, wie sehr wir in die Forschung eingebunden sind, dazu beitragen, dass der Ruf der Wissenschaft und mit ihm der Ruf aller Wissen-Schaffenden und Forschenden NICHT noch weiter beschädigt wird. Deshalb bitte ich EUCH ALLE: Unterzeichnet den offenen Brief an die Bundeskanzlerin.

Tagungsvorbereitung für die „Technotopologien“ mit Tagxedo

Ich mag Tagungen. Und Vorträge auch. Trotzdem gibt es so Tage, da fällt mir die Vortragsvorbereitung unendlich schwer. Doch Dank eines genialen Tipps meiner Kollegin Anna Lipphardt ist meine Tagungsvorbereitung für die „Technotopologien“ das reinste Vergnügen! Anna hat mich auf Tagxedo aufmerksam gemacht. Tagxedo macht aus jeder Art von Text kreative, sehenswerte und wunderschöne tagging clouds. Kurzerhand habe ich meinen vorbereiteten Vortrag (deutsch) in einen „tagging star“ verwandelt.

Eigentlich ist es logisch, aber überrascht hat es mich trotzdem, dass die Tags die thematischen Schwerpunkte des Vortrags so deutlich darstellen: Die Bibliothek steht im Zentrum, hier werden der Raum, die Architektur und Orientierung und Navigation untersucht. Informationen und Informationsarchitektur haben ebenso wie Wissen und Universitäten materielle und soziale Funktionen. Amazing!

Das Paper zum Vortrag findet man übrigens hier.

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Oslo Summer School in Comparative Social Sciences

(English version below)

Jeg gleder meg veldig at jeg kan delta i Summer School in Comparative Social Science Studies 2011. Jeg har fått en bekreftelse, at jeg kan delta i kurs “Case Study Research Methods” i slutten av juli.

Summer School gir meg sjansen til å forbedre sosiologi kunnskapene mine og til å bli bedre kjent med Universitetet i Oslo og byen.

Jeg gleder meg veldig at jeg kan være noen dager i Oslo/Norge, kanskje jeg gjør en ferie tour etter Summer School.

Mer informasjon om Summer School kan du finne her.

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I am very happy to be accepted to the Oslo Summer School in Comparative Social Science Studies 2011. I’ll participate in the course “Case Study Research Methods” at the end of July. The chosen course may give me the chance to review the results of my PhD project „Spaces of Knowledge-Operationalisation of Knowledge in University Libraries” and discuss the lessons learned during the explorative period. I have also planned to take it as an opportunity to reflect on my post-doc project „Renaissance of the Library: Centre of Urbanity and catalyser for Knowledge Cities“.

Some information concerning the above named projects:

The project „Spaces of Knowledge-Operationalisation of Knowledge in University Libraries” is the dissertation project I am currently conducting. It is empirical and thus I designed a comparative case study analysing selected university libraries in Germany, Great Britain and Switzerland. The collected data material (interviews, participant observation, mental maps and photo documentation) illustrates that materiality and technology not only make a crucial contribution to the perception and experience of space, but also have effects on the processes of knowledge production. Material and social exclusion mechanisms configure progresses of (corporate) identity and affect the behaviour towards libraries and their contents.

The project „Renaissance of the Library“ will be my following project. It focuses on public libraries in urban space: New libraries like the planned new Deichman Bibliotek in Oslo may act as centres of the social life in a city and therefore they may be catalysers for Knowledge Cities. Public libraries are no more just a place to loan books, but they may be cultural and social midpoints of a city. They provide a wide range of services like exhibitions, readings, discussions, events, and meeting spaces for heterogenic groups of users.  The research design for this project is also planned as a case study.

My participation on the Oslo Summer School should enable me to improve not only my methodical skills, but also the research design of my forthcoming post-doc project. And of course, I am very happy to be in Oslo again! I am looking forward to spend a great week (and maybe some holidays) in this beautiful city!

More information concerning the Summer School is provided here.

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Ziele setzen und geplant erreichen!

Zielsetzung und Planung sind zentrale Erfolgsfaktoren, nicht nur für Forschungsprojekte, sondern auch ganz allgemein in der Berufs- und Karriereplanung. Aus meiner Erfahrung als Berufsberaterin und Dozentin weiß ich allerding, dass viele Studierende und Promovierende (insbesondere die Frauen) sich der Notwendigkeit von Planung und Zielsetzung nicht bewusst sind. Und diejenigen, die sich gerne Ziele setzen möchten, nicht wissen, wie sie das konkret umsetzen können. Aus diesem Grund habe ich im Folgenden eine kleine Anleitung zur Zielsetzung* zusammengestellt. Weiterlesen Ziele setzen und geplant erreichen!

Raum – Expedition: Konstanz

Oder: Wie eine empirische Lehrveranstaltung die Aufmerksamkeit verschiedener Interessensgruppen weckt und hoffentlich Forschung und Anwendungspraxis näher zusammenbringt

Im Herbst 2009 plante ich gemeinsam mit meiner Kollegin Anna Lipphardt das Projektseminar „Raum: Expedition“ für das Sommersemester 2010 an der Universität Konstanz. Unsere Motivation und unser Ziel: Studierende der Studiengänge MA Soziologie und MA Kulturelle Grundlagen Europas an die empirische Forschung in den Themenfeldern Raum und Stadt heranzuführen.

Unserer Ansicht nach werden die empirischen Zugänge sowohl in der Forschung als auch in der Lehre vernachlässigt, während gleichzeitig auf theoretischer Ebene der Boom des spatial turn vorangetrieben wird. Ziel unseres Projektseminares war deshalb, Raumtheorie und Raum(forschungs)praxis mit einander zu verbinden und die Studierenden an empirischen Methoden zur Analyse von Räumen heranzuführen.

Im Sommersemester erforschten 14 hoch motivierte Studierende mit unserer Unterstützung die Gestalt(ung) und Wahrnehmung der Stadt Konstanz aus unterschiedlichen Perspektiven. Entwickelt, geplant und umgesetzt wurden drei studentische Forschungsprojekte, deren wissenschaftliche Fragestellungen von den Studierenden selbst entwickelt wurden. Die Stadt, in der man selbst lebt, mit neuem Blick zu betrachten und eine wissenschaftliche Distanz zum so entstehenden Forschungsgegenstand zu entwickeln sollte eine große Herausforderung und bisher unbekannte Erfahrung für die Studierenden (und auch für uns Dozentinnen) werden.

Drei Projekte wurden realisiert:
♦ „Melting Space Herosé?- Spannungsverhältnisse zwischen öffentlichem und privatem Raum“
♦ „Randbemerkungen: Positionen im Berchengebiet und in den Öhmdwiesen“
♦ „Unsicher ist es anderswo – Räumliche Sicherheitswahrnehmung in Konstanz“

Die Projekte und deren Ergebnisse weckten schon in einem frühen Stadium der Arbeit das Interesse vieler am Forschungsprozess größtenteils Unbeteiligter. Durch Befragungen wurden sowohl gezielt ExpertInnen aus der Praxis in die Erhebungen einbezogen, als auch AnwohnerInnen der untersuchten Stadtquartiere eher unbeabsichtigt auf die Projekte aufmerksam.

Schnell wurde klar, dass sich hier die Möglichkeit ergeben könnte, einen Transfer der wissenschaftlichen Ergebnisse zurück in die Praxis zu realisieren. Erste Schritte in diese Richtung waren Ergebnispräsentationen im Juli 2010, zu deren Anlass unterschiedliche Interessengruppen eingeladen wurden. Eine Präsentation der Projektergebnisse von „Melting Space Herosé?- Spannungsverhältnisse zwischen öffentlichem und privatem Raum“ wurde eigens für die Anwohner des Herosé-Areals organisiert. Ein Bericht aus Sicht eines teilnehmenden Anwohners findet sich auf der Website der Herosé-Anwohner.

Ein weiterer Schritt zu Forschungs- und Ergebnistransparenz und möglichem Transfer in die Praxis ist die Veröffentlichung der Ergebnisse in Form von Broschüren. Diese Broschüren sind in Vorbereitung und werden in den nächsten Wochen fertig gestellt.

Auch das mediale Interesse an unserem Projektseminar ließ nicht lange auf sich warten. Im November 2010 führte der Südkurier ein Interview mit Anna Lipphardt und mir. Der damit verbundene Artikel ist inzwischen online verfügbar.

Bei der Planung des Seminares ging es uns vor allem darum, den Studierenden das empirische Potential und den methodischen Zugang zu raum- und stadtsoziologischen Forschungsfeldern nahezubringen. Über ein Jahr später sehe ich deutlicher als zuvor, welch vielfältige Schnittstellen zwischen Forschung und Praxis bestehen und wie diese genutzt werden (könnten). Ich freue mich sehr über das Interesse, welches unserer „Raum-Expedition: Konstanz“ entgegengebracht wird und hoffe, dass mit der bevorstehenden Veröffentlichung der Ergebnisbroschüren beide Seiten, Forschung und Anwendungspraxis, angeregt werden, weiter aufeinander zuzugehen.

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„Techno-Topologies“-Conference

I am very happy to be invited to the Conference „Techno-Topologies“ in Darmstadt (Germany), in March 2011. I’ll present selected results of my phd project „Spaces of Knowledge – Operationalisation of Knowledge in University Libraries”.

The project focuses on the interaction of space/architecture and social practice in university libraries. Libraries are made for storage, development and transformation of knowledge. They are on the one hand existing architectural spaces; on the other hand are the genesis and the transfer of knowledge embedded in social processes of learning and teaching. The central question is: In which way is knowledge operationalised in libraries, by social practice and architecture? To answer this, a comparative case study has been designed and selected university libraries have been analysed. The libraries of Konstanz and Oxford are in the major focus of the case study.
In my presentation I’ll show that information architecture, a concept better known in the field of web design, is an important function in libraries. The results of the project illustrate the spatial challenge of library users and connect this with the technical support for orientation and navigation within the library spaces. Navigation and orientation will be traced both on the macroscopic and the microscopic level. The macroscopic level relates to the whole building, the microscopic level relates to each single shelve and book.
Library architecture can work as a medium of orientation. But it can also be like a labyrinth and hinder users in their orientation and navigation. It, too, works as an access denier: If one hasn’t the cultural capital (Bourdieu) and therefore the experience how to use a library, he/she will get lost within the rooms, shelves and books. The collected data material (interviews, participant observations, mental maps and photo documentation) illustrates that materiality and technology not only make a contribution to the perception and experience of space, but also have effects on the processes of knowledge production. Material and social closing mechanisms can configurate progresses of (corporate) identity and affect the behaviour towards libraries and their contents.

More information concerning the conference is provided here.

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Das Jahr 2010 im Rückblick: Fördermittel- & Stipendieneinwerbung

Ein roter Faden meiner Arbeit im Jahr 2010 war sicherlich die Fördermittel- und Stipendieneinwerbung. Das Einwerben von Drittmitteln ist ganz bestimmt nicht die schönste Aufgabe im WissenschaftlerInnen-Alltag. Allerdings gehört auch das dazu und da die Promotion schließlich eine Qualifikationsphase ist, sollten auch solch unliebsame Tätigkeiten erlernt werden.

Es hat sich 2010 bei mir so einiges angesammelt und im Schnitt habe ich alle zwei Monate einen Antrag eingereicht. Von insgesamt sechs Anträgen wurden schließlich fünf bewilligt. Nicht ohne Stolz kann ich sagen: Jetzt weiß ich, wie es geht.

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählt, dass man die Fördermöglichkeiten kennt und weiß, wann und wo diese ausgeschrieben werden. Dann sollte man in der Lage sein, die für die eigene Arbeit und die eigenen Bedarfe passende Ausschreibung auszuwählen. Klingt komisch, ist aber so. Viele kennen nämlich die eigene Arbeit und das eigene Profil nicht gut genug. Und so kommen wir zum dritten Punkt: Vorausschauende Planung und einen Überblick über den Forschungsplan der nächsten zwölf Monate (mindestens) sind essentiell. Und nicht zuletzt sollten die eigenen Unterlagen immer auf dem aktuellen Stand sein, um auf kurzfristige Ausschreibungen reagieren zu können.

Jetzt das Ganze detailliert:

AUSSCHREIBUNGEN FINDEN
Ausschreibungen gibt es unzählige. Doch warum in die Ferne schweifen? Auch die eigene Universität kann so einiges bieten. In meinem Fall war das ganz schön viel: Die Förderung meines Forschungsaufenthaltes in Oxford (PROMOS-Stipendium des DAAD, wird durch die International Offices der Heimuniversitäten vergeben), Tagungsaufenthalt in London (Karriere fördernde Maßnahmen des Gleichstellungsreferates) und ein Stipendium zum Promotionsabschluss. Deshalb lohnt es sich, erst mal die Möglichkeiten an der eigenen Uni auszuloten. Folgende Links zur Ausschreibungsrecherche kann ich empfehlen:

DAAD-Stipendiendatenbank, für alle, die ins Ausland wollen/stipendiendatenbank/00658.de.html
e-fellows Stipendiendatenbank
PROMOS-Stipendien 2011, Ausschreibung an der Uni KN über das International Office
Stipendien und Zuschüsse des Gleichstellungsreferates der Uni KN
Stipendien und Zuschüsse des Academic Staff Development der Uni KN
Die Fördermittelberater, wenn’s nicht immer nur Forschung (aber auch) sein soll
• …

AUSSCHREIBUNG AUSWÄHLEN
Gar nicht so einfach. Klingt alles gut und spannend. Und als vielseitig begabter und interessierter Mensch mag man vielleicht mehr machen, als realistisch möglich ist. Umso wichtiger ist eine gezielte Auswahl der passenden Ausschreibungen, damit man sich bei den Bewerbungen nicht verzettelt. Der erste Schritt hierzu ist eine Standortanalyse des eigenen Projektes und der Bedarfe: Wo steht das Projekt? Wo stehe ich? Wo soll es hingehen? Welche Ziele habe ich mir gesetzt? Welche Zwischenschritte führen dorthin? Für welche dieser Schritte benötige ich welche Art der Unterstützung (materiell, ideell, strukturell …)?

Nach dieser Standortfindung lassen sich Ausschreibungen wesentlich einfacher auswählen: Bietet die Ausschreibung die richtige Unterstützung? Zum richtigen Zeitpunkt? Am passenden Ort? Entsprechen mein Projekt und ich der Zielgruppe der Ausschreibung?

LANGFRISTIGE PLANUNG
Die Standortfindung führt fast automatisch zu einer langfristigen Planung. Und das ist gut so. Mein Forschungsaufenthalt in Oxford hat mir gezeigt, dass die Planung und Umsetzung jede Menge Zeit braucht. Dazu gehören die konkrete Strukturierung des Forschungsaufenthaltes an sich und die Einbettung desselben in den Gesamtprojektplan. Zu empfehlen ist, sehr früh Kontakt mit AnsprechpartnerInnen, Institutionen etc. vor Ort aufzunehmen. Das kann viel Zeit erfordern!

Essentiell ist es, die Fristen für die Bewerbungen einzuhalten. Beim DAAD gelten beispielsweise für Stipendien zu Forschungsaufenthalten im Rahmen der Doktorarbeit Bewerbungsfristen von 3-4 Monaten vor Reiseantritt. Hier entsteht die größte Herausforderung: Man weiß (gerade in qualitativen Studien mit zirkulärem Forschungsablauf) vielleicht noch nicht, was ganz genau vor Ort zu tun ist, muss dies aber detailliert in einem Stipendienantrag angeben.

Gleiches gilt übrigens auch für Tagungszuschüsse. Der Call ist noch nicht draußen, die Ausschreibung für die Förderung aber schon. So kommt man zwangsläufig auf ein Doppelgleis: Auf der einen Seite läuft die Bewerbung für einen Vortrag, ein Poster, eine ganze Session – auf der anderen Seite steht schon die Finanzierungsbewerbung an. Um überhaupt auf die Ausschreibungen für Förderungen reagieren zu können (die teilweise für ein ganzes Kalenderjahr schon im Voraus laufen), muss man nicht nur das eigene Projekt, sondern auch die Tagungs- und Vortragsaktivitäten langfristig planen (macht natürlich allgemein im Rahmen einer Vortragsstrategie Sinn).

UNTERLAGEN AKTUELL HALTEN UND ANPASSEN
Nichts ist schlimmer als wenig Zeit in Kombination mit viel unnötigem Kram, der zu tun ist. Deshalb halte ich es für absolut nützlich, regelmäßig die eigenen Unterlagen (CV, Projektbeschreibung) aktuell zu halten. Alle 6 Monate oder nach dem Erreichen eines wichtigen Meilensteins ist eine Aktualisierung sinnvoll. Dann besteht nämlich eine realistische Chance, innerhalb kürzester Zeit die bereits bestehenden Unterlagen an die Ausschreibungen anzupassen. Und hier schließt sich auch der Kreis zur Standortfindung: Im Rahmen von Standortfindung, Zielsetzung und Planung ist man gut beraten, diese Unterlagen genauer anzuschauen, zu aktualisieren und auch nach den zukünftigen Zielen auszurichten.

So, und dann geht’s zur eigentlichen Hauptaufgabe: Die eigenen Bedürfnisse, Interessen und Ziele passgenau für die Ausschreibung zu formulieren und die eigenen Fähigkeiten ins richtige Licht zu rücken. Ganz wichtig: Die Vorgaben einhalten! Der Aufbau des Bewerbungsschreibens, die Reihenfolge der Unterlagen und der Umfang sollten genau den Vorgaben der Ausschreibung entsprechen. Hier geht es nicht nur darum, den EmpfängerInnen die Sichtung der Bewerbung zu erleichtern, sondern auch unnötigen Stress bei den Lesenden zu vermeiden. Vollständige und sorgfältige Unterlagen fallen positiv auf!

Ich freue mich, wenn die Tipps auch anderen zum Erfolg bei der Bewerbung um Fördermittel verhelfen.

Heilige Hallen der Welt der Wissenschaften

Nach zwei Monaten Forschungsaufenthalt bin ich aus Oxford zurück. Bepackt mit Datenmaterial aus teilnehmenden Beobachtungen, ExpertInneninterviews, Interviews mit BibliotheksnutzerInnen, Fotodokumentationen …

Wunderschöne, eindrucksvolle, spannende und architektonisch atemberaubende Bibliotheken durfte ich besuchen und zum Arbeiten nutzen. Jetzt geht es an die Auswertung des Materials. Was sicherlich bei Anblicken wie diesem Foto vom Keble College eine sehr schöne Arbeit ist.

Und dann erhalte ich zufällig den Link zu einer Fotostrecke der „Most Beautiful College Libraries“! Und schon wieder packt mich das Reisefieber beim Anblick dieser Heiligen Hallen der Wissenschaft!