Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), veröffentlicht am 4. Februar 2016

Gesellschaftliche Dynamiken machen vor der Wissenschaft nicht halt. In den letzten Jahrzehnten haben staatliche (De-)Regulierungen, Aktivierungspolitiken und neue Formen von ‚governance’ sowie eine zunehmende Ökonomisierung die Bildung im Allgemeinen und die Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen im Besonderen geprägt. Im Sinne eines „akademischen Kapitalismus“ verschärft sich der Wettbewerb um Forschungsgelder und Stellen bei gleichzeitiger Unterfinanzierung der Hochschulen fortwährend. Eine wesentliche Folge ist die Prekarisierung von Arbeits- und
Beschäftigungsverhältnissen in der akademischen Forschung und Lehre. Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) sieht diese Entwicklungen mit Sorge, sie fordert ein Umdenken in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik sowie strukturelle Veränderungen im deutschen Wissenschaftssystem. Entsprechende Reformen dürfen nicht bei der äußerst zurückhaltenden jüngsten Neuregelung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes stehen bleiben.

Am stärksten treffen die genannten Entwicklungen den sogenannten akademischen  Mittelbau – die bei Weitem größte Beschäftigtengruppe an wissenschaftlichen Einrichtungen. Für sie gibt es kaum planbare Beschäftigungsperspektiven in der Wissenschaft. Weiterlesen Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft

Science Slam: Ein ganz anderes Lernszenario!

Ich probiere gerne Neues aus, aber vor diesem Lehr-/Lernszenario hatte ich großen Respekt: Im Rahmen meines Seminars „Neues Land“, das ich gemeinsam mit Nicole Conrad und Frank Wieber durchführe, habe ich erstmals einen Science Slam in einer Veranstaltung mit 160 Studierenden umgesetzt. Herausgekommen ist: Ein grandioser Abend kurz vor Weihnachten, der mir gezeigt hat, welch wunderbare Leistung unsere Studierenden erbringen können und wie viel Spaß das uns allen macht, wenn wir es nur zulassen. Ein kleiner Erfolgsbericht…und am Ende ein wunderbarer Poetry Slam einer Studentinnen-Gruppe frei nach Goethe zum Thema „Teilnehmende Beobachtung“! Weiterlesen Science Slam: Ein ganz anderes Lernszenario!

Soziologie als Beruf. Wissenschaftliche Praxis in der soziologischen Reflexion

Tagung des Ausschusses „Mittelbau in der DGS / Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft“ der DGS

Mehrfach habe ich bereits über meine Aktivitäten in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und der Initiative „Für gute Arbeit in der Wissenschaft berichtet“. Am 25./26. Februar findet nun die oben genannte Tagung in Berlin am WZB statt. Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Wissenschaft als prekärer Beruf? Prekäre akademische Karrieren in der Diskussion“ stellt den Auftakt dar. Es folgen eine Keynote von Richard Münch (Universität Bamberg), Diskussionen zu Soziologie als Beruf und Berufung, Reflexionen sowie ein Mittelbautreffen zur Vorbereitung einer Mittelbau-Vollversammlung auf dem DGS Kongress 2016 in Bamberg.

Das vollständige Programm: Programm_Soziologie_als_Beruf

Ich freue mich auf viele Teilnehmende, nicht nur aus der Soziologie!

Curriculumentwicklung vs. akademische Bildung

In den letzten Wochen befasste ich mich in vielen meiner Diskussionen mit Kolleg*innen mit den Themenfeldern Curriculumentwicklung und akademische Bildung. Zu den zentralen Fragestellungen gehörten folgende: Was ist akademische Bildung und wie lassen sich Akademiker*innen charakterisieren? Was zeichnet ein gutes universitäres Curriculum aus? Und wie passen akademische Bildung und universitäre Curricula zusammen? In den folgenden Zeilen möchte ich meine Überlegungen ausgehend von einer persönlichen Reflexion zusammenfassen und einige aus meiner Sicht kritische Punkte im tertiären Bildungsbereich offenlegen. Weiterlesen Curriculumentwicklung vs. akademische Bildung

Nicht jeder Fragebogen ist schon Partizipation!

Eine längst überfällige Diskussion im Begriffe-Dschungel von Partizipation, Design Thinking und sozialwissenschaftlicher Ergebungen

Im letzten Jahr ist mir immer wieder und immer häufiger in Workshops und auf Konferenzen aufgefallen, dass der Begriff Partizipation in aller Munde ist und dass Design Thinking und Human Centered Design aus dem Webdesign heraus den Weg in die Architektur- und Stadtplanung gefunden haben. Damit einher geht jedoch eine teminologische Herausforderung, die nicht in allen Kontexten gut gemeistert wird. Nicht jeder Fragebogen ist schon Partizipation! In den folgenden Zeilen möchte ich einen kleinen Beitrag zur Begriffsklärung leisten. Weiterlesen Nicht jeder Fragebogen ist schon Partizipation!

Publikation: Wissensraum, Labyrinth, symbolischer Ort. Die Universitätsbibliothek als Sinnbild der Wissenschaft

Edinger-Wissensraum-9783867646413.inddIch freue mich sehr, dass meine Dissertation endlich in Buchform beim UVK erschienen ist. Anbei ein kleiner Überblick über die Inhalte:

Ist die Bibliothek im Zeitalter von Internet, Wikipedia und e-Books vom Aussterben bedroht? Mitnichten! Unzählige atemberaubende Bibliotheksneubauten entstanden gerade in den letzten zehn Jahren. Die Bibliothek ist längst nicht mehr nur ein Ort der Bücher, vielmehr ermöglicht sie ein breites Spektrum an Zugängen zu Informationen und stellt vielfältige (Multimedia-)Arbeits- und Leseplätze zur Verfügung.

Empirisch begründet gehe ich in meiner Arbeit der Frage nach, inwiefern die zunehmende Beliebtheit von Bibliotheken sich aus deren symbolischer Architektur, typischen Verhaltensregeln wie etwa dem Schweigegebot oder der Omnipräsenz der Materialität der Bücher speist. Weiterlesen Publikation: Wissensraum, Labyrinth, symbolischer Ort. Die Universitätsbibliothek als Sinnbild der Wissenschaft

My first MOOC: „Open Networked Learning“ – first impressions

Since nearly a month, I am participating in my first MOOC – “Open Networked Learning”. First of all: I’ve heard about the drop out statistics of MOOCs. Thousands of people start participating in a MOOC and after a few weeks they drop out and never finish. By knowing this I decided not to join one of the working groups but take part more as a “lurking student”.

Here are my first impressions:

  • Surprising: We are just 88 participants, but the group is quite international! Up till now I have been thinking that “massive” means thousands of participants!
  • Interesting and inspiring: The syllabus and the concept of the learning environment. We are working with google+, googledrive, wordpress, and twitter, one named aim of the course is to use an alternative to LMS. Weiterlesen My first MOOC: „Open Networked Learning“ – first impressions

UX in Libraries

Five years ago, in July 2010, I had my first talk about UX in Libraries at the ETH Zürich. It had the title “User Experience Design für öffentliche Bibliotheken: Von der Buchleihzentrale zum Zentrum der Urbanität“ (UX design for public libraries: from a book loaning office to the centre of urbanity). After this first talk lots of presentations followed, like the one concerning information architecture in libraries and how it supports orientation and navigation of the people in the library (03/2011 in Darmstadt, Germany) or the one in Oslo, Norway (08/2011): „Renaissance of the Library: Catalyser for Participation in Cultural Life and Centre of Urbanity“. Now, some years later, I recognise that the topic UX isn’t unknown in the library community any more. Weiterlesen UX in Libraries

Für gute Arbeit in der Wissenschaft – Soziolog*innen seid dabei!

Im Sommer 2014 haben sich Soziologinnen und Soziologen in Berlin zusammengefunden, um sich für “Gute Arbeit in der Wissenschaft” zu engagieren. Es entstand ein Offener Brief an die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), in dem die Fachgesellschaft aufgefordert wurde, sich mit den Arbeitsbedingungen im eigenen Fach auseinanderzusetzen und sich für gewisse Mindeststandards einzusetzen sowie diese in ihren Ethikkodex aufzunehmen.

Unser Engagement gegen prekäre Beschäftigung in der Soziologie zeitigte bereits Erfolge. Weiterlesen Für gute Arbeit in der Wissenschaft – Soziolog*innen seid dabei!

Publikation: „Thirdspace als hybride Lernumgebung. Die Kombination materieller und virtuelle Lernräume“

In: “Erwachsenenbildung und Raum. Theoretische Perspektiven – professionelles Handeln – Rahmung des Lernens”, Reihe: Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung, Bielefeld: DIE.

Meine neue Publikation mit Ricarda T.D. Reimer ist für mich ein zentrales Puzzlestück in meiner Auseinandersetzung mit Raumtheorien einerseits und Lern- und Wissensräumen in Empirie und Anwendungspraxis andererseits. Im Folgenden möchte ich die großen Entwicklungslinien dieser theoretischen, empirischen und anwendungspraktischen Zugänge aufzeigen, um zu verdeutlichen, wie sich das Puzzle als Gesamtbild gestaltet und welchen Beitrag unsere neue Publikation zu ‚Lernräumen in Theorie und Praxis‘ leistet.

EDINGER 3 Raumkomponenten
EDINGER 3 Raumkomponenten

Vielerorts habe ich bereits erläutert, dass ich von drei Raumkomponenten ausgehe: Dem materiellen, dem virtuellen und dem sozialen Raum (vgl. Edinger, 2014; Blogartikel zur Publikation OER). In unserer neuen „Thirdspace“-Publikation wird diese theoretische Grundlage nochmals vertieft und alle drei Komponenten werden ausführlich dargestellt.

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