Besucher? Nutzer? Kunde? – Mensch!

Publikation zu Human Centered Design für Bibliotheken (und andere Lernräume)

Lernarchitekturen und (Online-) Lernräume Cover
Lernarchitekturen und (Online-) Lernräume Cover

In meinem neuen Aufsatz „BESUCHER? NUTZER? KUNDE? – MENSCH! Raumsoziologische Perspektiven auf Bibliotheksgestaltung im Sinne des Human Centered Designs“ im Sammelband „Lernarchitekturen und (Online-) Lernräume“ betrachte ich Lernräume aus zwei theoretischen Perspektiven: erstens raumsoziologisch über den Begriff des relationalen Raumes und zweitens über das Konzept der Environment Behavior Settings. Die erste Perspektive ist regelmässigen Leser*innen bereits vertraut (für alle anderen gibt dieser Blogpost einen Überblick). Die zweite Perspektive konzentriert sich auf das Wahrnehmungshandeln im Raum, also darauf, wie Menschen Räume auffassen, auf sie reagieren und in ihnen agieren (das hatte ich unter anderem schon im Projekt „(Für) Gesellschaft bauen“ thematisiert). Basierend auf dieser theoretischen Annäherung werden explizit für Hochschulbibliotheken drei Postulate an Lernarchitekturen –„selbstgesteuert“, „kompetenzorientiert“ und „offen“ – anhand empirischer Daten analysiert und daran anschließend in Anlehnung an Methoden des Human Centered Designs Strategien zur Bibliotheksraumgestaltung entwickelt. Weiterlesen Besucher? Nutzer? Kunde? – Mensch!

“Speak, friend, and enter” – Labyrinths, symbolic spaces, and gated communities in university libraries

Paper accepted for the conference „UX in Libraries II“, 2016 in Manchester!!!

“‘What does it mean by speak, friend, and enter?’ asked Merry. ‘That is plain enough’, said Gimli. ‘If you are a friend speak the password, and the doors will open, and you can enter.’”[1]

Gate to Marsh’s Library, Dublin, 2013

Library spaces can work as gated communities and labyrinths. They can hinder users in navigating through the information architecture built of rooms, shelves and books. The spaces even work as access deniers: If a user or visitor hasn’t enough library experience, he/she will get lost within the library building. Even PhD students and fellows mention that they avoid going into some libraries because they feel getting lost. But for those who succeed, library spaces often are symbolic spaces. People appropriate spaces, that means they understand and modify the social and material environment by for instance choosing a favourite (work)place, (re-)arranging the furniture, and switching on/off the light. They develop a feeling of belonging and ownership over ‘their spaces’ – so a desk and a chair can become a professional workplace for them. To support this a library has to provide what I like to call “human centred spaces”: Weiterlesen “Speak, friend, and enter” – Labyrinths, symbolic spaces, and gated communities in university libraries

Wozu Bibliotheken? – Über den freien Zugang zu Informationen und Bildungsräumen

Die Bibliotheksgeschichte ist eine Geschichte der Zäsuren, erwähnenswert sind unter anderem die Erfindung des Papyrus, der Buchdruck mit beweglichen Lettern, der digitale Katalog, das Internet, Wikipedia und das E-Book. Jede dieser Zäsuren scheint gewissen Personen Anlass zu geben, Bibliotheken als vom Aussterben bedrohte Orte zu identifizieren. So geschehen vor 11 Tagen durch Herrn Ball im Interview mit der NZZ. Die Reaktionen darauf haben nicht lang auf sich warten lassen (z.B. hier oder hier). Die Diskussion ist vielschichtig und doch bleiben manche Aspekte – so sehe ich das – unterbelichtet. Deshalb möchte auch ich eine Auslegeordnung in drei Akten versuchen: 1. Der Wert des gedruckten Buches, 2. der freie Zugang zu Informationen in Bibliotheken, 3. die Bibliothek als Bildungsraum. Mein Ziel ist es, bereits eingebrachte Argumente weitgehend auszuklammern und statt dessen neue Aspekte zur Diskussion hinzuzufügen. Weiterlesen Wozu Bibliotheken? – Über den freien Zugang zu Informationen und Bildungsräumen

Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), veröffentlicht am 4. Februar 2016

Gesellschaftliche Dynamiken machen vor der Wissenschaft nicht halt. In den letzten Jahrzehnten haben staatliche (De-)Regulierungen, Aktivierungspolitiken und neue Formen von ‚governance’ sowie eine zunehmende Ökonomisierung die Bildung im Allgemeinen und die Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen im Besonderen geprägt. Im Sinne eines „akademischen Kapitalismus“ verschärft sich der Wettbewerb um Forschungsgelder und Stellen bei gleichzeitiger Unterfinanzierung der Hochschulen fortwährend. Eine wesentliche Folge ist die Prekarisierung von Arbeits- und
Beschäftigungsverhältnissen in der akademischen Forschung und Lehre. Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) sieht diese Entwicklungen mit Sorge, sie fordert ein Umdenken in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik sowie strukturelle Veränderungen im deutschen Wissenschaftssystem. Entsprechende Reformen dürfen nicht bei der äußerst zurückhaltenden jüngsten Neuregelung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes stehen bleiben.

Am stärksten treffen die genannten Entwicklungen den sogenannten akademischen  Mittelbau – die bei Weitem größte Beschäftigtengruppe an wissenschaftlichen Einrichtungen. Für sie gibt es kaum planbare Beschäftigungsperspektiven in der Wissenschaft. Weiterlesen Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft

Science Slam: Ein ganz anderes Lernszenario!

Ich probiere gerne Neues aus, aber vor diesem Lehr-/Lernszenario hatte ich großen Respekt: Im Rahmen meines Seminars „Neues Land“, das ich gemeinsam mit Nicole Conrad und Frank Wieber durchführe, habe ich erstmals einen Science Slam in einer Veranstaltung mit 160 Studierenden umgesetzt. Herausgekommen ist: Ein grandioser Abend kurz vor Weihnachten, der mir gezeigt hat, welch wunderbare Leistung unsere Studierenden erbringen können und wie viel Spaß das uns allen macht, wenn wir es nur zulassen. Ein kleiner Erfolgsbericht…und am Ende ein wunderbarer Poetry Slam einer Studentinnen-Gruppe frei nach Goethe zum Thema „Teilnehmende Beobachtung“! Weiterlesen Science Slam: Ein ganz anderes Lernszenario!

Soziologie als Beruf. Wissenschaftliche Praxis in der soziologischen Reflexion

Tagung des Ausschusses „Mittelbau in der DGS / Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft“ der DGS

Mehrfach habe ich bereits über meine Aktivitäten in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und der Initiative „Für gute Arbeit in der Wissenschaft berichtet“. Am 25./26. Februar findet nun die oben genannte Tagung in Berlin am WZB statt. Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Wissenschaft als prekärer Beruf? Prekäre akademische Karrieren in der Diskussion“ stellt den Auftakt dar. Es folgen eine Keynote von Richard Münch (Universität Bamberg), Diskussionen zu Soziologie als Beruf und Berufung, Reflexionen sowie ein Mittelbautreffen zur Vorbereitung einer Mittelbau-Vollversammlung auf dem DGS Kongress 2016 in Bamberg.

Das vollständige Programm: Programm_Soziologie_als_Beruf

Ich freue mich auf viele Teilnehmende, nicht nur aus der Soziologie!

Curriculumentwicklung vs. akademische Bildung

In den letzten Wochen befasste ich mich in vielen meiner Diskussionen mit Kolleg*innen mit den Themenfeldern Curriculumentwicklung und akademische Bildung. Zu den zentralen Fragestellungen gehörten folgende: Was ist akademische Bildung und wie lassen sich Akademiker*innen charakterisieren? Was zeichnet ein gutes universitäres Curriculum aus? Und wie passen akademische Bildung und universitäre Curricula zusammen? In den folgenden Zeilen möchte ich meine Überlegungen ausgehend von einer persönlichen Reflexion zusammenfassen und einige aus meiner Sicht kritische Punkte im tertiären Bildungsbereich offenlegen. Weiterlesen Curriculumentwicklung vs. akademische Bildung

Nicht jeder Fragebogen ist schon Partizipation!

Eine längst überfällige Diskussion im Begriffe-Dschungel von Partizipation, Design Thinking und sozialwissenschaftlicher Ergebungen

Im letzten Jahr ist mir immer wieder und immer häufiger in Workshops und auf Konferenzen aufgefallen, dass der Begriff Partizipation in aller Munde ist und dass Design Thinking und Human Centered Design aus dem Webdesign heraus den Weg in die Architektur- und Stadtplanung gefunden haben. Damit einher geht jedoch eine teminologische Herausforderung, die nicht in allen Kontexten gut gemeistert wird. Nicht jeder Fragebogen ist schon Partizipation! In den folgenden Zeilen möchte ich einen kleinen Beitrag zur Begriffsklärung leisten. Weiterlesen Nicht jeder Fragebogen ist schon Partizipation!

Publikation: Wissensraum, Labyrinth, symbolischer Ort. Die Universitätsbibliothek als Sinnbild der Wissenschaft

Edinger-Wissensraum-9783867646413.inddIch freue mich sehr, dass meine Dissertation endlich in Buchform beim UVK erschienen ist. Anbei ein kleiner Überblick über die Inhalte:

Ist die Bibliothek im Zeitalter von Internet, Wikipedia und e-Books vom Aussterben bedroht? Mitnichten! Unzählige atemberaubende Bibliotheksneubauten entstanden gerade in den letzten zehn Jahren. Die Bibliothek ist längst nicht mehr nur ein Ort der Bücher, vielmehr ermöglicht sie ein breites Spektrum an Zugängen zu Informationen und stellt vielfältige (Multimedia-)Arbeits- und Leseplätze zur Verfügung.

Empirisch begründet gehe ich in meiner Arbeit der Frage nach, inwiefern die zunehmende Beliebtheit von Bibliotheken sich aus deren symbolischer Architektur, typischen Verhaltensregeln wie etwa dem Schweigegebot oder der Omnipräsenz der Materialität der Bücher speist. Weiterlesen Publikation: Wissensraum, Labyrinth, symbolischer Ort. Die Universitätsbibliothek als Sinnbild der Wissenschaft

My first MOOC: „Open Networked Learning“ – first impressions

Since nearly a month, I am participating in my first MOOC – “Open Networked Learning”. First of all: I’ve heard about the drop out statistics of MOOCs. Thousands of people start participating in a MOOC and after a few weeks they drop out and never finish. By knowing this I decided not to join one of the working groups but take part more as a “lurking student”.

Here are my first impressions:

  • Surprising: We are just 88 participants, but the group is quite international! Up till now I have been thinking that “massive” means thousands of participants!
  • Interesting and inspiring: The syllabus and the concept of the learning environment. We are working with google+, googledrive, wordpress, and twitter, one named aim of the course is to use an alternative to LMS. Weiterlesen My first MOOC: „Open Networked Learning“ – first impressions