Für gute Arbeit in der Wissenschaft – Soziolog*innen seid dabei!

Im Sommer 2014 haben sich Soziologinnen und Soziologen in Berlin zusammengefunden, um sich für “Gute Arbeit in der Wissenschaft” zu engagieren. Es entstand ein Offener Brief an die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), in dem die Fachgesellschaft aufgefordert wurde, sich mit den Arbeitsbedingungen im eigenen Fach auseinanderzusetzen und sich für gewisse Mindeststandards einzusetzen sowie diese in ihren Ethikkodex aufzunehmen.

Unser Engagement gegen prekäre Beschäftigung in der Soziologie zeitigte bereits Erfolge. Weiterlesen Für gute Arbeit in der Wissenschaft – Soziolog*innen seid dabei!

Für gute Arbeit(sbedingungen) in der Wissenschaft – Aktivitäten, Publikation, Stoßrichtungen

„Eines der tragenden Fundamente jedes modernen Staates ist sein Bildungswesen. Niemand müsste das besser wissen als die Deutschen. Der Aufstieg Deutschlands in den Kreis der großen Kulturnationen wurde im 19. Jahrhundert durch den Ausbau der Universitäten und der Schulen begründet. […] Jetzt aber ist dieses Kapital verbraucht: Die Bundesrepublik steht in der vergleichenden Statistik am untersten Ende der europäischen Ländern neben Jugoslawien, Irland und Portugal. Die jungen Wissenschaftler wandern zu Tausenden aus, weil sie in ihrem Vaterland nicht mehr die Arbeitsmöglichkeiten finden, die sie brauchen.“ [1]

Diese Krisenbeschreibung könnte aktueller nicht sein und doch ist sie schon über 50 Jahre alt.

Seit Oktober 2014 engagiere ich mich in der Initiative „Für gute Arbeit in der Wissenschaft“ um Aufmerksamkeit zu erregen für die prekären Arbeitsbedingungen in unserer Branche und um aktiv Veränderungen herbeizuführen (wie es dazu kam, habe ich in einem Blogartikel erläutert).

Und es zeichnen sich erste Erfolge ab. Zunächst einmal geht es uns in der Initiative darum, auf einer breiten Basis zu informieren, das tun wir beispielsweise, indem wir in unterschiedlichsten Formaten und über verschiedenste Kanäle kommunizieren – zuletzt mittels einer Publikation in der „Soziologie“, dem Mitglieder-Journal der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (Artikel hier). Weiterlesen Für gute Arbeit(sbedingungen) in der Wissenschaft – Aktivitäten, Publikation, Stoßrichtungen

CfP: Kollektive Dynamiken der Aneignung und Aushandlung urbaner Räume

Ich freue mich sehr, gemeinsam mit Maik Hömke, beim diesjährigen Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie (3. -5. Juni, Lausanne) einen Workshop zum oben genannten Thema leiten zu dürfen. Vom 16. Januar – 13. März können Vortragsvorschläge eingereicht werden. Inhaltlich knüpfen wir an das letzte Treffen des NWNW Stadt – Raum – Architektur an:

Der urbane Raum ist geprägt von kollektiven Dynamiken der Aneignung und Aushandlung. Praktiken wie etwa Zwischennutzung, Hausbesetzungen, Urban Gardening und Street Art sind eingebettet in ein Geflecht aus neoliberaler Stadtpolitik, institutioneller Stadtplanung, partizipative Stadtentwicklung, sozialer Ungleichheit und Protestbewegungen, sowie gesteigerter medialer Aufmerksamkeit. So entstehen vielschichtige Spannungsverhältnisse wie bspw. jenes zwischen Funktionalität und Bedeutungszuschreibung urbaner Räume. Damit eröffnet sich ein grosses Perspektivenspektrum auf kollektive Dynamiken. Weiterlesen CfP: Kollektive Dynamiken der Aneignung und Aushandlung urbaner Räume

Kandidatur für das Konzil der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) als Mittelbauvertreterin

Seit Mittwoch stehe ich, gemeinsam mit zwei KollegInnen, Tina Weber und Boris Traue, als Mittelbauvertreterin zur Wahl für das Konzil der DGS. Dass es überhaupt so weit kam, verdanke ich der Initiative „Für gute Arbeit in der Wissenschaft“, der ich mich im Oktober angeschlossen habe. Diese hat sich mit einem offenen an die DGS gewandt, mit dem Ziel, zum einen Mindeststandards guter Arbeit im Ethik-Kodex der DGS zu verankern und zum anderen Mitbestimmung in den Gremien der Fachgesellschaft zu erlangen. In den folgenden Zeilen möchte ich darlegen, warum es von besonderer Bedeutung ist, Mittelbauvertretende in das zweithöchste Gremium der DGS zu wählen und welche Position ich beziehen werde, sofern ich gewählt werde. Weiterlesen Kandidatur für das Konzil der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) als Mittelbauvertreterin

Wer keinen physischen Platz hat, hat auch keinen gesellschaftlichen Platz!

Überlegungen im Vorfeld zum Netzwerktreffen „Das Soziale im urbanen Kontext – Dynamiken der Aneignung und Aushandlung von (Stadt-)Räumen“

Jugendzentrum „Ex(zellenz)-Haus“, Trier
Jugendzentrum „Ex(zellenz)-Haus“, Trier

Der urbane Raum ist geprägt von Dynamiken der Aneignung und Aushandlung. Über diese werden wir heute und morgen beim 12. Treffen des Nachwuchsnetzwerkes Stadt – Raum – Architektur in Luzern sprechen. Das Programm des Netzwerkes steht am Ende dieses Beitrags zum Download zur Verfügung.
Im Vorfeld dazu möchte ich ein paar Gedanken formulieren, nicht zur Aneignung und Aushandlung – das werden wir in den nächsten Tagen zu Genüge tun – sondern zur Bedeutung der Räume, deren in Besitznahme ausgehandelt wird: Tim Cresswell schreibt dazu treffend: „‘Would you like to come round to my place?‘ This suggests ownership or some kind of connection between a person and a particular location or building. It also suggests a notion of privacy and belonging.“[1]

Deutlich wird in diesem Satz die homonyme Funktion von „place”, so kann das Wort hier im Sinne von „Platz“ aber auch von „Zuhause“ gelesen werden. Es geht nicht um die Aneignung an sich, nicht um den Besitz, sondern vielmehr darum „Besitzer“ (oder in manchen Fällen Besetzer) zu sein.
Anders herum bedeutet dies: Wer keinen physischen Platz hat, hat auch keinen gesellschaftlichen Platz.[2] Weiterlesen Wer keinen physischen Platz hat, hat auch keinen gesellschaftlichen Platz!

CfA: Das Soziale im urbanen Kontext – Dynamiken der Aneignung und Aushandlung von (Stadt-)Räumen

Ich freue mich sehr, am 28./29. November an der Hochschule Luzern mit Maik Hömke (HSLU) ein Treffen des „Nachwuchsnetzwerkes (NWNW) Stadt – Raum – Architektur“ gestalten zu können. Es wird das insgesamt 12. Treffen des NWNW sein und ich werde zum dritten Mal, nach Berlin (2011) und Weimar (2012) die Ko-Leitung übernehmen.

Call
Der urbane Kontext ist geprägt von Dynamiken der sozialen Aneignung und Aushandlung. Dabei divergieren beispielsweise die Definitionen von Zentren und Peripherien je nach Perspektive der Angesprochenen – was für die einen ein neu entwickeltes, trendiges Stadtquartier ist, nehmen andere immer noch als eine Industriebrache war und für wieder andere ist dasselbe Quartier ein Naherholungsgebiet. Abhängig von der jeweiligen Perspektive sind auch die Praktiken der Aneignung, zu denen unter anderem partizipative Stadtentwicklung, Zwischennutzung, Hausbesetzungen, Urban Gardening und Street Art zählen. Diese sind eingebettet in ein Geflecht aus neoliberaler Stadtpolitik, institutioneller Stadtplanung, Bürgerbeteiligung, sozialer Ungleichheit und Protestbewegungen, sowie gesteigerter medialer Aufmerksamkeit. Weiterlesen CfA: Das Soziale im urbanen Kontext – Dynamiken der Aneignung und Aushandlung von (Stadt-)Räumen

Jahresrückblick 2013 & Jahresausblick 2014

Text, Text und nochmals Text(-produktion)

Wieder einmal ist die Zeit rund um Weihnachten und Silvester meinem Rück- und Ausblick gewidmet. Und wieder einmal hole ich mein Modell der akademischen Laufbahn hervor und hinterfrage kritisch, wo ich stehe und – das ist der entscheidende Punkt – wo ich hinwill. Und in meinem Rückblick von letztem Jahr habe ich folgenden Satz gefunden: „Für 2013 habe ich mir vorgenommen […] wieder mehr Zeit in die Forschung zu investieren und zu publizieren.“ Was ist daraus geworden? Weiterlesen Jahresrückblick 2013 & Jahresausblick 2014

Jahresrückblick 2012 & Jahresausblick 2013

2012 – ein Jahr im Zeichen der Präsentationen

Die Tage ‚zwischen den Jahren‘ sind für mich zur Zeit der Reflexion geworden. Ich nehme mir bewusst Zeit, auf das vergangene Jahr zurückzuschauen, mich über Erreichtes zu freuen und Ausblicke auf das neue Jahr zu wagen. Dieses Jahr möchte ich meine LeserInnen mit meinem visuellen Modell der akademischen Laufbahn vertraut machen und zugleich im Eigenversuch die Anwendung des Modells verdeutlichen.

Akademische Laufbahn (©Eva-Christina Edinger)
Akademische Laufbahn (©Eva-Christina Edinger)

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Orte der Blogleser – Eine raumsoziologische Blitzanalyse von Blogstatistiken und Infografiken

Wir bewegen uns mehr und mehr in der virtuellen Welt, hinterlassen unsere Spuren und machen somit aus vermeintlichen Nichtorten virtuelle Orte (Marc Augé, virtuell gedacht), die Teil unseres Selbstverständnisses sind. Wir binden Bilder ein, wir kommentieren, wir klicken „I like“. Wir treffen uns an virtuellen Knotenpunkten (Christoph Alexander et al., virtuell gedacht) und immer an den gleichen Kreuzungen, die wir täglich passieren: Morgens auf dem Weg zur Arbeit bei Facebook, bei der Arbeit über Skype, mit Kollegen in virtuellen Forschungsumgebungen (VRE) und auf dem Nachhauseweg wieder bei Facebook im Chat. Dabei blenden wir unsere physische Existenz jedoch nicht aus, sondern transportieren sie permanent mit uns: „Sonnige Grüße aus Zürich“ schmückt zuweilen das Ende von mir geschriebener Mails. Mein physisch-analoger geographischer Standpunkt wird hier für Lesende erfassbar und meine virtuellen Räume verknüpfen sich mit den materiellen. Syntheseleistung (Martina Löw) par exellence! Weiterlesen Orte der Blogleser – Eine raumsoziologische Blitzanalyse von Blogstatistiken und Infografiken

Von Räumen, Wissen und Methoden – Vorträge 2012

Der Konferenz- und Vortragskalender für 2012 füllt sich und ich freue mich sehr, dass das Programm so gut zu meinen aktuellen Interessen passt und so abwechslungsreich ist. Natürlich werden „meine“ Bibliotheken eine zentrale Rolle spielen. Darüber hinaus werde ich aber auch erstmals Aspekte der Raumforschungsmethoden zur Diskussion stellen und im Kontext der akademischen Lehre referieren. Weiterlesen Von Räumen, Wissen und Methoden – Vorträge 2012